Im Herbst 2019 haben wir uns entschlossen, mit einem Projekt unter der Überschrift "Altern in Würde" einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von Seniorinnen zu leisten, die von Altersarmut betroffen sind.
Altersarmut ist ein wachsendes gesellschaftliches Problem. Im Jahr 2018 galten bereits über 16 Prozent der Rentenbezieher*innen als altersam (DGB-Rentenreport 2020); die Mehrzahl der Betroffenen sind Frauen. Wesentliche Ursache dafür sind die Erwerbsbiographien von Frauen, die überwiegend in schlechter bezahlten sozialen Berufen oder Berufen im Dienstleistungsbereich tätig sind bzw. waren. Frauen tragen nach wie vor die Hauptlast familiärer Verpflichtungen und sind deshalb über Jahre gar nicht in bezahlter Berufstätigkeit oder langjährig lediglich in Teilzeit beschäftigt.
Wir haben uns für die Senioreneinrichtung der DRK-Augusta-Schwesternschaft in Lüneburg als ersten Partner entschieden. Dort leben insgesamt 78 Menschen, darunter 70 Frauen. Etwa 25 Prozent der Bewohnerinnen benötigen staatliche Unterstützung zur Finanzierung ihres Heimplatzes. Und die Zahl derer, die bedürftig sind, nimmt weiter zu. Für die betroffenen Frauen ist ein Friseurbesuch oder ein Besuch bei der Fußpflege keine Selbstverständlichkeit.
Dank unseres Gewinns bei der Förderinitiative DAS TUT GUT der Sparkasse können wir unser Projekt ab 2022 auf das Seniorenzentrum Alte Stadtgärtnerei ausweiten und haben uns bewusst für ein Heim in kommunaler Trägerschaft entschieden. 33 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner der Alten Stadtgärtnerei erhalten Sozialhilfe, 82 Prozent von ihnen sind Frauen.
Die Alten- und Pflegeeinrichtungen können die Gutscheine für einen Friseurbesuch oder einen Besuch der Fußpflege in der Einrichtung oder für den Erwerb von Hygiene- oder Körperpflegemitteln an bedürftige Bewohnerinnen vergeben.
Wir möchten dieses Projekt fortsetzen und -sobald die Situation hinsichtlich der Corona-Pandemie dies zulässt- auf Gutscheine für Theater-, Konzert- oder Kinobesuche, Cafébesuche und sonstige Aktivitäten ausweiten, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben darstellen, und damit der Einsamkeit entgegenwirken, die Altersarmut häufig auch bedeutet. Dafür benötigen wir Geld. Wir freuen uns also über jede Spende zugunsten dieses Projektes.
Spendenkonto:
Förderverein SI-Club Lüneburg
Volksbank Lüneburger Heide eG
IBAN:DE34 2406 0300 8535 2764 00
BIC: GENODEF1NBU
(Auf Wunsch stellen wir gerne eine Spendenbescheinigung aus)
Orange The World – worum geht es?
Der 25. November jedes Jahres wird im Rahmen der UNiTE-Kampagne des UN-Generalsekretärs als Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen begangen. Die Orange Days beginnen jedes Jahr am 25. November, dem Tag gegen Gewalt an Frauen, und finden ihren Abschluss am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte.
Die Vereinten Nationen wollen mit dem „Orange Day“ auf die fortgesetzte Gewaltanwendung gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen. Orange repräsentiert als leuchtende und optimistische Farbe eine Zukunft frei von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die Kampagne soll die Gesellschaft und die Verantwortungsträger aufrütteln und dazu bewegen, aktiv gegen Gewalt an Frauen vorzugehen.
Orange The World – was wir tun
Die Verhinderung von Gewalt gegen Frauen ist der Schlüssel zur vollen Verwirklichung der Grundrechte von Frauen. Wir wollen „mit Farbe“ und verschiedenen Aktionen auf das Thema aufmerksam machen.
Demonstrationen
Bereits im November 2021 und 2022 haben wir einen Schweigemarsch zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten sowie weiteren Partnerorganisationen initiiert. Neben den Soroptimistinnen rufen zu dieser Demonastration auch die Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis Lüneburg, der Kriminalpräventionsrat mit dem Runden Tisch gegen Gewalt in der Familie, die frauenpolitische Initiative, der Kinderschutzbund, die VHS, der DGB, Pro Familia, die Leuphana Universität, das Frauenhaus und das Museum Lüneburg auf.
Bänke im Stadtraum
In 2022 stellten wir Bänke im Lüneburger Stadtraum - am Marktplatz, am Ochsenmarkt, vor der Ratsbücherei, in der Grapengießerstraße und Am Sande - während der gesamten Orange The World Days mit dem Slogan „Hier ist kein Platz für Gewalt an Frauen“ auf.
Beleuchtung des Lüneburger Wasserturms und Rathauses
Viele berühmte Gebäude leuchteten schon in Orange, um auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen: das Empire State Building in New York, die Pyramiden in Gizeh, das Europa-Parlament in Brüssel oder die Allianz-Arena in München.
Pünktlich zum offiziellen Beginn der „Orange Days“ wurde das Lüneburger Rathaus wie schon 2018-22 sowie erstmalig der Wasserturm 2021 ab dem 25. November in Orange erstrahlen und damit ein weithin sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen.
Gewalt gegen Frauen kommt nicht in Tüte
Wir haben seit 2020 und 2021 60.000 orangefarbene Brötchentüten produziert, auf denen die Kontaktdaten überregionaler und regionaler Einrichtungen verzeichnet sind, die von Gewalt betroffenen Frauen Hilfe bieten. Als Kooperationspartner konnten wir die Bäckerei Harms gewinnen. In den Filialen der Bäckerei Harms wurden Brötchen und andere Produkte ebenfalls ab dem 25.11., solange der Vorrat reichte, in diese besondere Tüte verpackt. Die "Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte"-Tüte sollte möglichst viele Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten erreichen und betroffenen Frauen und Mädchen Mut machen, sich an eine der Einrichtungen zu wenden, die Hilfe anbieten.
Lesenzeichen
2021 wurden Lesezeichen als Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern gemeinsam mit dem Kriminalpräventionsrat und der Gleichstellungsbeauftragten produziert und von uns den beteiligten Buchhandlungen Lünebuch, den Buchhandlung Hohmann in Bleckede und Scharnebeck sowie und den Bücherstube vor Ort in Adendorf und Bardowick zur Verfügung gestellt.
Zeigen auch Sie Ihre Unterstützung, indem Sie in diesen Tagen Ihr Fenster Orange beleuchten, Ihre Umwelt in Orange markieren, orangefarbene Kleidung tragen oder zur Demonstartion kommen!
Und das ist dringend notwendig:
Partnerschaftsgewalt 2021 in der Region in Lüneburg
Im Raum Lüneburg haben sich an die nach Gewaltschutzgesetz zuständige Beratungs- und Interventionsstelle BISS im Jahr 2021 342 Frauen gewandt, die von Partnerschaftsgewalt betroffen waren. Die 12 zu vergebenden Plätze im hiesigen Frauenhaus waren im gleichen Zeitraum mit 51 Frauen und 49 Kindern belegt. Die Verweildauer war dabei im Vergleich zu den Vorjahren steigend. Dementsprechend mussten viele Schutzsuchende abgewiesen werden: 136 Frauen und 148 Kinder in 2021. Nicht zu vergessen: die ebenfalls in 2021 begangenen Femizide, bei denen zwei Frauen in Lüneburg von ihrem Partner oder Expartner ermordet wurden.
National
Eine Studie für das Jahr 2019, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ende2020 vorgesteltt hat, kommt zu dem Ergebnis, dass jede 3. Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexueller Gewalt betroffen ist. Etwa jede 4. Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren Partner oder früheren Partner. Im Jahr 2019 ist statistisch betrachtet an fast jedem 3. Tag eine Frau durch die Tat ihres Partners oder Ex-Partners gestorben. Durchschnittlich alle 45 Minuten wird eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner angegriffen oder verletzt. Opfer von Partnerschaftsgewalt sind zu über 81 Prozent Frauen. Betroffen sind Frauen aus allen sozialen Schichten und in jedem Alter. Die Dunkelziffer von Gewalt in Paarbeziehungen ist erheblich. Experten gehen von einer Dunkelziffer von rund 75 bis 80 Prozent aus. Zusammen mit den angezeigten Straftaten bedeutet dies jährlich über eine halbe Million Fälle von häuslicher Beziehungsgewalt.
Mädchen, die körperliche Auseinandersetzungen zwischen den Eltern miterleben, erleiden im Erwachsenenalter mehr als doppelt so häufig Gewalt durch den Partner als Frauen, die keine Zeuginnen von elterlicher Gewalt geworden sind.
Warnzeichen einer toxischen Beziehung
Wir Soroptimistinnen sind der Meinung, dass man physische und psychische Gewalt rechtzeitig verhindern kann, wenn man auf Warnzeichen achtet. Gibt es in Deiner Beziehung Hinweise auf Eifersucht, Kontrolle oder Wut? Dann informiere Dich hier über die Zeichen einer toxischen Beziehung, um Dich vor häuslicher Gewalt zu schützen.
Mehr informationen zu den acht Warnzeichen gibt es hier.
Die beiden Bänke wurden pünktlich zum 18. Geburtstag des SI Clubs Lüneburg am 29. Juni 2021 im sogenannten „Kabinett“ im Kurpark aufgestellt. Die Bänke laden alle Lüneburgerinnen und Lüneburger sowie die Gäste unserer Stadt ein, sie zu nutzen, um Gedanken schweifen zu lassen, Ruhe zu finden, in der Sonne zu sitzen, zu lesen, Gesprächspartner zu finden und Freunde zu treffen.
Der erste Club von Soroptimist International wurde am 3. Oktober 1921 in Oakland, Kalifornien gegründet. Mittlerweile engagieren sich rund 70.000 Mitglieder weltweit in 118 Ländern in über 2.900 Clubs Soroptimistinnen gesellschafts-politisch, befassen sich mit Fragen der rechtlichen, sozialen und beruflichen Stellung der Frau und vertreten die Position der Frauen in der öffentlichen Diskussion. Der Lüneburger Club wurde 2003 gegründet und besteht zur Zeit aus 26 engagierten Frauen.
Mit Bäumen fing es an … Vor 100 Jahren war „Save the Redwoods“ das allererste Projekt von Soroptimist International. Als der erste Club im kalifornischen Oakland gegründet wurde, ging es darum, die letzten verbliebenen Mammutbäume Kaliforniens vor den Holzfällern zu retten. Mit diversen Baumpflanzaktionen will Soroptimist International zum 100. Geburtstag nicht nur an diese mutigen Frauen erinnern, sondern ihre Ideen in die Zukunft tragen. #PlantTrees
Auch Lüneburg war am Mittwoch den 6. September 2017 um 11 Uhr Teil der weltweiten Lesung der UN-Menschenrechtscharta . Der Lüneburger Club von Soroptimist International, der weltweit größten Vereinigung berufstätiger Frauen, organisierte zusammen mit dem VFLL, Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren e.V., die Lesung der Charta vom Lüneburger Rathaus. 30 Personen haben die 30 Artikel der UN-Menschenrechtscharta von 1948 aus dem Fenster des Lüneburger Rathauses zur Marktzeit verlesen und so auf die Aktualität der Charta aufmerksam gemacht. Ein Informationsstand vor dem Rathaus auf Höhe der Tourismusinformation lud zum anschließenden Austausch ein.
Wir leben plötzlich in einer Zeit, in der Selbstverständlichkeiten demokratischer Gesellschaften in großer Geschwindigkeit abgeschafft oder relativiert werden – so der Respekt gegenüber dem Justizwesen oder der Pressefreiheit. Selbst die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948, die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 und schließlich die Zugehörigkeit europäischer Staaten zur Europäischen Union werden nun auch von einigen westlichen Staatsmännern und -frauen sowie AnwärterInnen auf führende Posten in Frage gestellt. Mit den Entwicklungen beginnt auch der für Europäer nach dem Zweiten Weltkrieg so selbstverständliche Frieden auf ihrem eigenen Kontinent fragil zu werden. Aus diesem Grund rief das internationale literaturfestival berlin (ilb) kulturelle und politische Institutionen, Schulen, Universitäten, Medien und interessierte Personen dazu auf, anknüpfend an den Geist der Versammlung der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 an die in den 30 Artikeln beschriebenen Essentials der Menschenrechte mit einer weltweiten Lesung zu erinnern und damit an das „von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.“ (Resolution 217 A (III) vom 10.12.1948) Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Vortragenden und bei den Unterstützern!
Den Wortlaut der Erklärung der Menschenrechte finden Sie in über 500 (!) Sprachen auf der Website der UN hier
Auf Deutsch hier
Unter dem Motto Awareness (Bewusstmachen), Advocacy (Bekennen), Action (Bewegen) unterstützen wir mit Geldspenden die Projekte der Deutschen Union, der Europäischen Förderation und der Weltunion von SI.
Der SI-Club Lüneburg fördert Jugend, Kultur, Erziehung und Bildung, die Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen sowie die internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Völkerverständigung. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei regionalen Projekten und Institutionen, die wir in der Vergangenheit unterstützt haben:
Laufende regionale Förderungen:
SI-Club Lüneburg – weitere regionale Förderungen gingen an: